Mit Kleidung die Welt fairÄndern

Ein Mindestlohn von etwa 83 EUR im Monat.
Pro Kleidungsstück ein Verdienst von ca. 30 Cent.

Zum Vergleich liegen die Produktionskosten in Deutschland für ein Produkt 3300%!! mal höher.
Was denkst du, wenn du das liest? Ich konnte es kaum glauben!
Doch die Wahrheit ist, dass der größte Wettbewerbsvorteil vieler Modelabels in den niedrigen Lohn- und Produktionskosten liegt. Deshalb wanderte auch die Textilbranche seit etwa den 50er-Jahren von den nördlichen Industrieländern zunächst in die südlichen europäischen Standorte, wie zum Beispiel Portugal und von dort aus weiter nach China, Vietnam, Bangladesch und Kambodscha.

Wusstet ihr, dass Bangladesch rund 80 Prozent seiner Exporteinnahmen mit dem Verkauf von Kleidung ins Ausland erzielt? Im Jahr 2018 wurde Kleidung im Wert von 26 Milliarden Euro verschifft!
Globale Konzerne, wie z.B. H&M, Primark oder Aldi gehören zu den zahlreichen Kunden.
Und obwohl die Textilarbeiter zum Aufstieg des Landes zu einem wichtigen Produktionsstandort beitragen, gehören sie in Bangladesch zu den am schlecht bezahltesten weltweit.


Neben dem unwürdigen Verdienst, stellen auch die baulichen Zustände der Textilfabriken ein großes Problem dar.
Im Jahr 2012 z.B. brach ein Feuer in der Fabrik Tazreen in Bangladesch aus. Über hundert Arbeiter sind aus den Fenstern der dritten und vierten Etage gesprungen und kamen dabei ums Leben oder wurden schwer verletzt.

Das mediale Interesse an den Unglücken in den Textilfabriken nahm jedoch erst zu, als am 24. April 2013 die Fabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte und mehr als 3500 Menschen unter sich begrub. 1133 ArbeiterInnen kamen dabei ums Leben und über 2500 Menschen wurden verletzt.


Das europaweite Netzwerk Clean Cloth Campaign (Kampagne für Saubere Kleidung; CCC) kämpft seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie.
Sie ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Rechte der Arbeiter und eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der internationalen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Sportartikelindustrie einsetzt.

Erst nach der Katastrophe mit Rana Plaza ist es der Kampagne gelungen, die Industrien zur Unterzeichnung des Bangladesh ACCORDs (Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch)zu drängen, welches bis dato von über 190 Modemarken unterschrieben wurde.

Das Bangladesch ACCORD beinhaltet ein Brand- und Gebäudeschutzabkommen, sowie die Aufdeckung und Sanierung von maroden Gebäuden durch unabhängige Sicherheitsinspektoren.

Kommen wir weiter zu den Schadstoffen in der Kleidung.
Der Cocktail aus Chemikalien, der über die Kleidung direkt auf unsere Haut gelangt, ist alarmierend. Die Chemikalien können mehr als ein Fünftel des Gewichts einer Hose oder eines Kleides ausmachen. Es bestehen nur für sehr wenige Chemikalien Grenzwerte, da den Behörden umfassende Kenntnisse über die Produkte fehlen.
Diesen Fakt hat sich Greenpeace zur Aufgabe gemacht und die Kampagne „Entgiftet unsere Kleidung“ ins Leben gerufen, wonach Modefirmen dazu aufgerufen werden, bis 2020 Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen.

Es hat sich schon einiges getan, das ist aber nicht ausreichend!

Beim Verbraucher fängt es an. Wenn das Konsumverhalten sich nicht ändert, werden sich die Bedingungen langfristig nicht verbessern.
Den Preis für die Billigklamotten zahlen Mensch und Natur vor allem in den asiatischen Produktionsländern. Deshalb gilt es, weniger und bewusster einzukaufen.

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